Agrando: Mein persönlicher Einstieg in den digitalen Handel

Jan. 7, 2020, 2:23 p.m.

Fernseher, Wohnlandschaften oder Handyschutzfolien online kaufen ist für viele eine Selbstverständlichkeit. Seit zwei Jahren können aber auch landwirtschaftliche Betriebsmittel wie Dünger, Saatgut oder Futtermittel mit wenigen Klicks eingekauft werden. Und zwar über die digitale Handelsplattform Agrando. Bequem, transparent und bei Bedarf mit vielen Zusatzleistungen, wie ich im Selbstversuch erfahren habe.  

 

Eigentlich bin ich ein Typ, der eher regional kauft und den persönlichen Kontakt zum Handelspartner sucht. Das mag im Vergleich zu meinen Kindern etwas altmodisch wirken. Aber ich bin damit noch immer gut gefahren. Trotzdem habe ich die Seite agrando.com ausprobiert. Und Erstaunliches festgestellt. Dort kann ich auch regional einkaufen. Doch der Reihe nach.

 

Landwirt Matthias Wiedenau hat Agrando ausprobiert, Foto: privat

 

Der Gewinn wird im Einkauf gemacht

Bis zum Jahreswechsel habe ich noch keinen Kalkammonsalpeter für das Frühjahr 2020 vorgekauft. Deswegen besuche ich die Seite, um nach einem passenden Angebot zu suchen. Üblicherweise erfrage ich die aktuellen Preise telefonisch bei einem Landhändler und einer Genossenschaft in der Nähe. Doch reicht das, besonders in den Zeiten knapper Gewinne? „Der Gewinn wird im Einkauf gemacht“, so lautet eine alte Kaufmanns-Weisheit. Einen Versuch ist es jedenfalls wert.

Auf der Seite muss ich mich zunächst ein wenig orientieren. Für Landwirte werden drei Pakete angeboten: Agrando Basic, Agrando Plus und Agrando Pro. Zum Kennenlernen entscheide ich mich zunächst für das kostenlose Agrando Basic. Mal gespannt, was das alles kann. Leider klappt die anschließend erforderliche Registrierung nicht auf Anhieb. Aber direkt nach dem gescheiterten Versuch erhalte ich eine Mail, in der ein Ansprechpartner genannt wird. Mit dessen Hilfe bin ich wenige Minuten später im Agrando-Produktkatalog mit 3395 (!) Artikeln angelangt.

 

Einfache Bedienung

Mit der „Durchsuchen und filtern“-Funktion oben links finde ich direkt meinen Kalkammonsalpeter (KAS). Ich klicke den Dünger an und bekomme zusätzliche Infos. 27 % Gesamtstickstoff, 4 % Magnesiumoxid – genau den will ich haben. Also „Auf die Anfrageliste“ anklicken, was auf anderen Portalen dem „Einkaufskorb“ entspricht. Dann gehe ich auf die „Auftragsliste“ oben rechts, klicke auf den KAS und gebe die gewünschte Menge und die Lieferbedingungen an. Eigentlich ganz einfach, obwohl ich nicht der Computerfreak bin. Ganz am Ende lege ich die Anfrage an. Das heißt, in diesem Moment wird meine Anfrage an alle bei Agrando registrierten Landhändler und Genossenschaften verschickt. Nach Angaben von Agrando sollen das bereits mehr als 30 Prozent aller Händler in Deutschland sein. 

Es sind 10 Minuten vergangen, da kommt schon das erste Angebot per Mail. Interessanterweise von einem Landhändler in 30 km Entfernung, bei dem ich bislang aber noch nie gekauft habe. Nach zwei Tagen sind zwei weitere Angebote per Mail eingetroffen. Sie liegen bis zu 1,10 Euro pro Doppelzentner unter dem telefonisch erfragten Angebot eines Händlers in der Nähe. Das sind etwa 5 Prozent Preisdifferenz.

 

Erstaunliche Preisunterschiede

Die Transparenz hilft mir natürlich auch in den Verhandlungen mit den Anbietern, falls ich nicht direkt beim günstigsten Angebot zugreifen will. Doch KAS ist nur ein Produkt aus dem Agrando-Produktkatalog. Rechne ich die 5 Prozent Preisdifferenz einfach nur mal so für alle 2020 benötigten Dünger, Pflanzenschutzmittel, Saatgut und Treibstoffe hoch, so komme ich auf mehrere tausend Euro Ersparnis! Soweit meine ersten Erfahrungen mit dem kostenlosen Paket Agrando Basic.

Die Transparenz hilft Matthias Wiedenau beim Einkauf, auch wenn es ihm nicht um den günstigsten Preis geht, Foto: privat

 

Agrando Pro bietet Zusatzleistungen 

Das macht natürlich neugierig auf die anderen Pakete. Anhand der Vergleichstabelle auf der Internetseite erschließen sich die Zusatzleistungen nicht auf Anhieb vollständig. Was ist beispielsweise ein „Kundenerfolgsmanager als persönlicher Ansprechpartner“? Dazu frage ich ebenfalls bei Agrando nach: Der Kundenerfolgsmanager ermittelt anhand der Kulturen und Vieharten meinen persönlichen Betriebsmittelbedarf. Er berät mich, fordert selbständig Angebote an, schlägt sie mir vor und macht nach Rücksprache die Abschlüsse. Außerdem beinhaltet das Paket Agrando Pro eine ausführliche Dokumentation aller Vorgänge.

Das hört sich reizvoll an, weil es mir viel Arbeit abnehmen könnte. Die erledigt ein Experte, der den ganzen Tag nichts anderes macht, möglicherweise besser. Doch das will ich selbst ausprobieren und werde einen Teil des beim Düngerkauf eingesparten Geldes in ein Jahrespaket Agrando Pro investieren. 

Autor Matthias Wiedenau
2020 07. January