Voll im Trend: Digitale Agrar-Kompetenz

13. Juli 2018 11:20

Management von Big Data, Cloud-Technologien, Internet-of-Things – aber auch Unabhängigkeit und Datenschutz: Digitale Agrarkompetenz ist ein top aktuelles Thema und massiv auf dem Vormarsch. Und das gilt beileibe nicht nur für die Hersteller von Landtechnik, für Universitäten oder Fachhochschulen. Mit digitalen Schlagkarteien, Telematik oder Herdenmanagement, um nur drei Anwendungsbereiche zu nennen, ist das digitale Zeitalter längst auf den Praxisbetrieben angekommen.

Die Automatisierung von Prozessen und intelligente Systeme zum Datenmanagement haben auch in der praktischen Landwirtschaft bereits einen Grad erreicht, der noch vor zwei Jahrzehnten wohl undenkbar schien. Vollautomatische Melkroboter, Batch Milking oder Inline Milchanalyse auf der einen, Geofencing für Maschinen, Master-Slave Maschinenkombinationen oder Einstellungskontrolle und Korrektur etwa beim Drusch via Telematik vom Schreibtisch im Betriebsbüro aus auf der anderen Seite – diese und solche Ansätze finden sich heute auf vielen Praxisbetrieben. Und das gilt zunehmend auch für den Handel 4.0, den etwa AGRANDO aktuell voranbringt. In der Konsequenz gilt: Aus Regelung, Steuerung, Logistik, Dokumentation, Qualitätssicherung und Rückverfolgbarkeit sind digitale Technologien heute nicht mehr wegzudenken.

Und die Reise in die digitale Zukunft geht weiter:

Zunehmend werden innovative Lösungen – egal ob neu oder etabliert – auch aus anderen Bereichen intelligent an die Anforderungen der Agrarbranche adaptiert und dort zum Einsatz gebracht. Stichworte sind hier beispielsweise E-Mobilität und Augmented-Reality-Anwendungen.

Dass sich mit neuen Techniken auch neue Fragen stellen, war im Mai 2018 im Zusammenhang mit der Datenschutz-Grundverordnung und deren nationaler Umsetzung durch das Bundesdatenschutzgesetz mehr als deutlich zu sehen. Tatsächlich hat manch ein Anbieter seine digitalen Portale erst einmal reduziert, eingefroren oder sogar abgeschaltet, um möglichen Problemen durch Nichterfüllung der neuen Vorgaben aus dem Weg zu gehen.

So ganz durchschaut inzwischen kaum noch ein Laie das Geflecht der Konzerne und die Handhabung seiner Daten. Was beispielsweise mit Smartphones von WhatsApp-Nutzern – beziehungsweise mit den auf den Smartphones gespeicherten Kontakt- und Adressdaten – passiert, wer die Daten mit wem teilt und was daraus gemacht wird, ist aktuell verstärkt in der Diskussion. Überhaupt braucht die Digitalisierung Aufmerksamkeit, Offenheit – und die Bereitschaft, sich mit neuen Techniken, neuen Wegen – und dem damit möglichen neuen Nutzen – auseinanderzusetzen.

Und genau hier zeichnen sich innovative Startups wie AGRANDO aus: Im Vergleich zu multinationalen Konzernen sind solche Plattformen für den Handel 4.0 fast als digitale „Tante Emma“ zu verstehen: Mit einem umfassenden Angebot an Produkten „aus aller Welt“, gleichzeitig unabhängigem „Regionalcharakter“ und einer transparenten Struktur, die neue Nutzer nicht abschreckt, sondern zum Einstieg einlädt. Anders als bei weltumspannenden Konzerngeflechten sind Datensicherheit, Datenschutz und Transparenz hier Eckpunkte, die wohl manch einem Neu-User den Schritt über die „digitale Handelsschwelle“ erleichtern und damit deren Nutzen zugänglichmachen können.

Autor Dr. Andreas Frangenberg
2018 13. Juli