Digitalisierung in der Landwirtschaft

2. November 2017 10:04

Was bedeutet eigentlich Digitalisierung in der Landwirtschaft? Wo sind wir schon digital und wo gibt es noch ungenutzte Chancen?

Die Digitalisierung ist eigentlich die Umwandlung von physischen und analogen Prozessen in eine digitale Art, um sie mit Computern verarbeiten zu können.

In unserem Alltag hat sie schon längst Einzug genommen und ist allgegenwärtig. Wir suchen nicht mehr in der Enzyklopädie, sondern erhalten unsere Antworten von Google. Schon 2004 wurde das Wort “googlen” in den Duden aufgenommen. Ein Großteil unserer Kommunikation läuft über das Internet via Messenger oder in sozialen Netzwerken. Nahezu jeder hat bereits im Internet eingekauft und genießt die Vorteile der nicht vorhandenen Ladenöffnungszeiten. Auch auf der Straße hat die Digitalisierung Einzug gehalten. Elektroautos werden massentauglich gemacht und autonomes Fahren ist nicht mehr länger Science-Fiction.

Auch in der Landwirtschaft wird die Digitalisierung gerade heiß diskutiert und ist eines der top Themen. Aber wie sieht die Digitalisierung in der Landwirtschaft eigentlich aus und was bedeutet das genau? In der letzten Zeit sind eine Vielzahl an Farm Management Systemen entstanden. Sie helfen dem Landwirt dabei seine Felder im System zu hinterlegen und Bearbeitungsmaßnahmen einzutragen. Sozusagen eine Art digitale Dokumentation über die Arbeitsvorgänge auf dem Betrieb.
Auch die Maschinen sind intelligenter geworden und können miteinander kommunizieren. Die Fahrerkabine eines Traktors gleicht heutzutage eher einem Cockpit.
Felder können digital in Zonen aufgeteilt werden, um  Unterschiede im Boden und in der Nährstoffverfügbarkeit abzubilden. Mähdrescher können dann beispielsweise genau erkennen, wie viel Getreide an welchen Stellen des Feldes gedroschen wurde. Die gespeicherten Informationen können dann für die Bearbeitung in den folgenden Jahren verwendet werden.
Autonomes Fahren ist auf der Straße noch nicht ausreichend erprobt - auf dem Feld aber schon möglich. GPS-Steuerung ist inzwischen schon gängiger Standard bei Neumaschinen. Einige Testmodelle kommen sogar schon ganz ohne Fahrer aus und bearbeiten die Felder komplett autonom.

Man könnte also meinen, dass die Digitalisierung auch in der Landwirtschaft angekommen ist. In der Realität trifft das allerdings nur teilweise zu.
Knapp die Hälfte der landwirtschaftlichen Betriebe haben Hightech-Landmaschinen bereits im Einsatz oder einen solchen geplant. Fast zwei Drittel nutzen Fütterungsautomaten. Auch Farm Management Lösungen werden immer häufiger eingesetzt.
Geht es um den Einkauf von Betriebsmitteln, ist das gute alte Faxgerät oft immer noch das Mittel der Wahl. Die ganz junge Generation wird vielleicht teilweise gar nicht mehr wissen, was ein Faxgerät ist. Dadurch entstehen viele Dokumente auf Papier, teilweise sogar mehrfach und in unterschiedlichen Versionen. Alleine für die Steuererklärung muss schließlich (fast) alles dokumentiert werden - von rechtlichen Vorgaben zur Dokumentations und Nachweispflicht ganz zu schweigen. Über die Jahre sammeln sich riesige Mengen an Ordnern voller Papier zusammen. - Zettelwirtschaft ist hier das Stichwort!

Man merkt also, dass die Digitalisierung vor allem im Bereich der Landtechnik schon stark etabliert ist. Beispielsweise beim Thema Handel und Datenaustausch sieht die Welt dafür ganz anders aus. Wie kann es sein, dass die Landwirtschaft in der Technik schon so digital fortgeschritten agiert und gleichzeitig so analog handelt?
Die Digitalisierung ist, vor allem in der Technik, nur durch hohe Investitionskosten möglich. Dadurch haben hauptsächlich größere Betriebe die Möglichkeit die Chancen der Digitalisierung zu nutzen. Der Strukturwandel wird dadurch stark begünstigt.

Unser Ansatz ist es deshalb, digitale Lösungen für alle Landwirte zu schaffen, in dem die Hürden der Digitalisierung abgebaut und die Digitalisierung der Prozesse innerhalb des Betriebs sowie in vor- und nachgelagerten Bereichen vorangetrieben wird.

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Autor Stephanie Leß
2017 02. November