Auch mal Fehler machen dürfen!

July 5, 2019, 3:20 p.m.

Diesen Ansatz der neuen Swiss Future Farm könnten Praxisbetriebe auf Dauer wohl kaum aushalten – aber auf dem ehemaligen landwirtschaftlichen Versuchsbetrieb im schweizerischen Tänikon geht das.

Der von den drei Projektpartnern GVS Agrar AG als marktführendem Importeur von Landtechnik in die Schweiz, von der AGCO Corporation als Hersteller und von dem Bildungs- und Beratungszentrum (BBZ) Arenenberg übernommene Betrieb dient jetzt als „Praxis-Testbank“ für innovative digitale Strategien und Werkzeuge. Hier gehe es darum, so Martin Huber, der Direktor BBZ Arenenberg anlässlich der Eröffnung im vergangenen Jahr, Fehler machen zu dürfen, daraus zu lernen und so im Endeffekt zu der richtigen Lösung zu kommen.

Dazu heißt es auch auf der Website: „Die Welle der globalen Digitalisierung hat auch die Landwirtschaft erfasst und sorgt für einen großen Wandel (…) von landwirtschaftlichen Betrieben. Innovative Technologien bilden das Herzstück dieser neuen Ära und bieten neue Wege der Verknüpfung und Optimierung verschiedener landwirtschaftlicher Arbeitsbereiche.“1 Vor diesem Hintergrund sollen durch die Digitalisierung neu geschaffene Chancen und deren Nutzen für die Landwirtschaft der Zukunft aufgezeigt werden.

»Eine Besonderheit […] liegt darin, dass Synergieeffekte […] geschaffen und genutzt werden können.«

Eine Besonderheit der Swiss Future Farms liegt darin, dass Synergieeffekte zwischen innovativer Technik, Forschung und Beratung geschaffen und genutzt werden können. Der Einsatz hochmoderner Maschinen unter realen Bedingungen ermögliche die Erfassung und Auswertung umfangreicher Daten und deren direkten Rückfluss in die Entwicklung neuer Technologien und Bewirtschaftungsmethoden. Mit 81 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche sowie 65 Milchkühen und 55 Schweinen biete die Swiss Future Farm dafür eine breite und solide Basis.

In dieser Saison befassen sich die Projektpartner mit drei Schwerpunkten: Mit Blick auf die kontroverse Diskussion zu Herbiziden liegt ein Schwerpunkt auf dem Einsatz von Precision Farming-Technologien zur Pflanzenschutzoptimierung. Nach Möglichkeit soll hier auf den Einsatz von Herbiziden verzichtet werden. Die Aussaat erfolgt mittels Lenksystem und RTK-Genauigkeit, und in Reihenkulturen kommt ein kameragesteuertes Hackgerät zum Einsatz. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Einfluss von Schardruck, Saattiefe und Flüssigdüngung auf Jugendentwicklung und Ertrag bei Zuckerrüben und Mais, und der aktuell dritte Schwerpunkt geht dem Effekt einer teilflächenspezifischen N-Düngung auf Basis von Luftbildern nach.

Die Swiss Future Farm ist damit ein gutes Beispiel für die Vernetzung von agrartechnischer Forschung und Entwicklung mit einem professionellen Austausch mit Landwirten als fruchtbare Basis für Innovation.

 

1 https://www.agrarheute.com/technik/ackerbautechnik/wissen-guelle-steckt-neue-nir-messstation-fliegl-547354

Autor Anna Bouten
2019 05. July