GODAN: Geteilte Daten – gute Daten!

7. September 2018 15:30

Seit 2013 steht das Kürzel GODAN für die Plattform „Global Open Data for Agriculture and Nutrition“, also für weltweit frei verfügbare Daten zu Landwirtschaft und Ernährung.

Dahinter verbirgt sich eine bislang einmalige Herangehensweise an das land- und ernährungswirtschaftliche Wissen, das rund um den Globus verfügbar ist. Diese Plattform wurde von den USA und dem Vereinigten Königreich im Oktober 2013 ins Leben gerufen – und hat ein klar definiertes Ziel: Daten und Informationen zu Landwirtschaft und Ernährung von Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Organisationen und Verbänden weltweit uneingeschränkt zugänglich und nutzbar zu machen. Durch den freien Wissensaustausch sollen auf allen Ebenen bessere Entscheidungen gefällt und die Ernährung der Menschheit sichergestellt werden. (1)

Aus den ersten Anfängen hat sich binnen von nur fünf Jahren ein rapide wachsendes Netzwerk entwickelt, dem heute schon rund 785 Partner aus den unterschiedlichsten Bereichen angehören. In der gemeinsamen Absichtserklärung heißt es: „Offener Zugang zur Forschung und die offene Publikation von Daten sind wichtige Ressourcen für Ernährungssicherheit und Ernährung, die von Landwirten, Bauernorganisationen, Forschern, Beratern, politischen Entscheidungsträgern, Regierungen und anderen Akteuren des Privatsektors und der Zivilgesellschaft […] angetrieben werden.“ Fehlender Zugang zu diesen Daten schränke Forschung und Innovation ein, heißt es weiter.

Zugegeben, das klingt ziemlich bürokratisch – und damit weit entfernt von praktischen Fragen und Problemen, die bei Landwirtschaft und Ernährungssicherung erkennbar sind. Ein Blick auf die Liste der bisherigen Partner offenbart aber beispielsweise mit FAO, dem World Food Programme der Vereinten Nationen oder der Weltbank nicht nur globale Schwergewichte, mit CGIAR, INRA oder CABI an der Praxis orientierte globale Forschungseinrichtungen und mit IPK Gatersleben, LfL Bayern oder Thünen Institut auch geballten Sach- und Fachverstand aus Deutschland, sondern etwa mit Kellogg’s, Syngenta, Oxfam International oder WWF auch Vertreter aus Industrie, Wirtschaft sowie Nichtregierungsorganisationen. Wenn zwischen all diesen unterschiedlichen Interessenvertretern ein offener und vor allem auch fairer Austausch gelingt, dann birgt das ein enormes Potenzial für positive Entwicklungen.

Insbesondere mit Blick auf die Entwicklungs- und Schwellenländer, die unter anderem mit Kamerun, Elfenbeinküste, Tschad, Eritrea und Nigeria vertreten sind, ist Hoffnung durchaus berechtigt. Hier können die Menschen tatsächlich etwas davon haben, wenn Daten und Wissen frei zugänglich gemacht und damit auch für sie nutzbar werden. Im Juli 2018 wurde dazu die nächste Projektphase von GODAN eingeläutet, bei der es insbesondere um die Intensivierung direkter Kontakte zwischen zwei oder mehr beteiligten Partnern gehen wird.

Ob angesichts der zunehmend von Logik und wissenschaftlichen Fakten entkoppelten gesellschaftlichen und politischen Diskussion in Deutschland auch hierzulande ein Nutzen von GODAN erkennbar sein wird? Man kann es nur hoffen!

 

(1) https://www.godan.info/pages/statement-purpose

Autor Dr. Andreas Frangenberg
2018 07. September