Nährstoffbilanz - jetzt gilt's!

21. Dezember 2018 15:05

Mit dem Übergang in das Wirtschaftsjahr 2017/2018 beziehungsweise in das Kalenderjahr 2018 haben sich wesentliche Vorgaben im Hinblick auf die Nährstoffbilanz geändert.

Seither müssen die Bewirtschafter landwirtschaftlicher Flächen – mit wenigen Ausnahmen nach § 8 der Düngeverordnung – sicherstellen, dass der sogenannte Kontrollwert für Stickstoff in den 2018 bis 2020 und später begonnenen Düngejahren 50 kg ha/Jahr im dreijährigen Mittel nicht überschreitet. Für Phosphat liegt der Kontrollwert in den 2018 bis 2023 und später beginnenden Düngejahren im sechsjährigen Mittel bei 10 kg ha/Jahr, die nicht überschritten werden dürfen. (1)

 

Mit der Nährstoffbilanz wird der Nährstoffeinsatz von Stickstoff, Phosphor und Kali erfasst und auf dieser Basis die Nährstoffeffizienz eines Landnutzungssystems beurteilt.

Egal ob es dann Nährstoffbilanz, Feld-Stall-Bilanz oder Nährstoffvergleich heißt: Es geht um die Gegenüberstellung von zugeführten und abgeführten Nährstoffmengen, wobei eine Bezugsebene wie Betrieb oder Schlag und ein Bilanzzeitraum wie das Jahr oder die Fruchtfolge zugrundegelegt werden.

Die Zufuhr kann über die mineralische und organische Düngung sowie über die Stickstoffbindung von Leguminosen erfolgen. Bei der Ausbringung von Gülle, Jauche und Festmist dürfen gemäß der 2017 novellierten Düngeverordnung bei der Ermittlung der Zufuhr maximal die vorgegebenen Stall-, Lagerungs- und Ausbringungsverluste abgezogen werden (2).

Als Nährstoffabfuhr sind demgegenüber die Mengen zu berücksichtigen, die mit den Ernteerträgen abgefahren und den Flächen über den Verkauf oder die Verfütterung von Erntegütern entzogen werden.

 

 

Wichtig:

Für den Fall einer Betriebskontrolle auf landwirtschaftlichen Betrieben muss die Nährstoffbilanz für Stickstoff und Phosphat für das abgelaufene Dünge­jahr spätestens bis zum 31. März des Folgejahres erstellt, ausgedruckt und abgelegt worden sein. Kommt der Betrieb dieser Verpflichtung nicht, nicht richtig, nicht vollständig oder nicht rechtzeitig nach, wird dies als Ordnungswidrigkeit geahndet – und kann überdies Sanktionen in Bezug auf Cross Compliance zur Folge haben.

Und: 

Während das Bilanzergebnis früher keine Rolle spielte, das heißt der Nährstoffvergleich nur vorliegen sowie richtig und rechtzeitig berechnet worden sein musste, gelten jetzt die genannten Kontrollwerte. Deren Überschreitung hat Folgen: Sollte nämlich bei einer Betriebskontrolle festgestellt werden, dass diese Grenzwerte nicht eingehalten wurden, erwächst daraus die Pflicht, ein anerkanntes Beratungsunternehmen in Anspruch zu nehmen – und das ist mit Kosten verbunden. Hinzu kommt, dass auffällig gewordene Betriebe in den folgenden Jahren erneut kontrolliert werden.

Ein weiterer Aspekt ist dabei ebenfalls von großer Relevanz:

Kommt ein Betrieb dieser Verpflichtung zur Inanspruchnahme eines anerkannten Beratungsunternehmens nicht nach, handelt es sich auch dabei um eine Ordnungswidrigkeit. Gleiches gilt, wenn die Kontrollwerte nach einer Beratung erneut überschritten werden. In Paragraph 14 (Absätze 1 und 2) der Düngeverordnung werden mögliche Ordnungswidrigkeiten und dabei ggf. anfallende – zum Teil erhebliche – Geldbußen aufgelistet (vgl. S. 38 der genannten Quelle). (3)

Nach wie vor besteht im Übrigen die Möglichkeit, die Nährstoffbilanzierung „von Hand“ vorzunehmen. Da aber viele Betriebe inzwischen im digitalen Zeitalter angekommen sind und auf die elektronische Erfassung und Verarbeitung ihrer Daten setzen, bietet sich auch für die Nährstoffbilanz die Nutzung einer entsprechenden Software an.

 

(1) https://www.agrarheute.com/media/2017-09/170911-LWK-Info-Duengeverordnung-2017.pdf
(2) https://www.lwk-niedersachsen.de/index.cfm/portal/96/nav/2280/article/31607.html
(3) http://www.dlr.rlp.de/Internet/global/Themen.nsf/b81d6f06b181d7e7c1256e920051ac19/369bb6a45c2b3d4fc12581e2003da754/$FILE/1756_2017_duengeverordnung_x000.pdf

Autor Dr. Andreas Frangenberg
2018 21. Dezember