Püllens Hofladen: Eine Erfolgsgeschichte!

15. Juni 2018 10:22

Zusätzliche Einkommensquellen sind für viele landwirtschaftliche Betriebe inzwischen „über-lebensnotwendig“. Das Spektrum ist vielfältig und reicht von der Direktvermarktung über den Vertragsanbau, Urlaub auf dem Bauernhof und Energieerzeugung bis hin zu kommunalen und Lohnarbeiten etc. Familie Püllen vom Hermannshof in Eschweiler über Feld in NRW hat beispielsweise schon vor rund 30 Jahren einen gut laufenden Hofladen eröffnet. 

In fünfter Generation bewirtschaften die Püllens den Hermannshof in der Köln-Aachener Bucht. Seit 2009 sind neben Ulrich und Anneliese Püllen auch Junior Wilhelm und seine Frau Marie-Christin in die Betriebsleitung eingestiegen – und das Zweigenerationenmodell funktioniert. „In dem Miteinander von Erfahrung und dem Blick auf Neues kommen wir immer wieder zu einem ausgewogenen Verhältnis von Tradition und Innovation“, berichtet Anneliese Püllen. Sie ist Herz und Hirn des Hofladens und freut sich, dass mit Schwiegertochter Marie-Christin auch die nächste Generation mit Herzblut dabei ist.

Auf dem Hermannshof sind, wie in weiten Teilen des Rheinlands, die Feldfrüchte Getreide und Zuckerrüben traditionell „gesetzt“. Bei Püllens gehört aber zusätzlich auch die Kartoffel schon lange dazu. Darüber hinaus hat sich die Familie bereits seit Generationen der Geflügelhaltungverschrieben: Püllens sind auf die Erzeugung von Eiern aus Boden- und Freilandhaltung sowie auf die Erzeugung und Vermarktung von Frischgeflügel spezialisiert.

 
Auf dem Foto: Familie Püllen 

Eigene Produkte plus …

Mit Eiern, Geflügel und Kartoffeln haben die Püllens bereits eine gute Grundlage für den eigenen Hofladen, der bis auf sonntags und montags jeden Tag geöffnet ist. „Bei unseren eigenen Produkten wissen wir genau, wie sie erzeugt wurden, und das können wir unseren Kunden auch zeigen und erläutern. Damit entsteht im Lauf der Zeit ein Vertrauensverhältnis und eine zum Teil schon seit Jahrzehnten bestehende Kundenbindung“, berichtet die Seniorchefin zufrieden.

Um den Kunden des Hofladens aber auch weitere Produkte anbieten und den Einkauf so noch interessanter machen zu können, arbeiten die Püllens mit einigen ausgesuchten Betrieben aus der Region zusammen. Zu dem eigenen Angebot von frischen und verarbeiteten Erzeugnissen kommen so je nach saisonaler Verfügbarkeit beispielsweise Obst und Gemüse, Wein, Säfte und Marmeladen, aber auch Fleisch vom Limousin-Rind aus gesicherter Herkunft von zwei Berufskollegen aus der Eifel.

Direkter Draht statt Verkaufsautomat

Für Familie Püllen ist der direkte Draht zu den Kunden wichtig. „Es ist einfach schön zu sehen, dass unsere Produkte gut ankommen. Und bei negativen Schlagzeilen in den Medien können wir im Gespräch direkt auf die Sorgen der Verbraucher eingehen und Unsicherheiten ausräumen“, erklärt die engagierte Landwirtin. Hinzu komme, dass der Hofladen an fünf Tagen pro Woche geöffnet sei und auch deshalb ein zusätzlicher Automatenverkauf kaum lohne.

Eine Ausnahme wäre für Anneliese Püllen allerdings denkbar, wenn auf dem Betrieb auch Milchkühe gehalten würden: „Zuletzt habe ich von einem neuen Vermarktungskonzept gelesen, bei dem Landwirte Verkaufsstationen für pasteurisierte Milch etwa in Kooperation mit dem regionalen Lebensmittelhandel direkt vor den Supermärkten aufstellen können. Die eigene Milch so an Orten mit maximalem Kundenaufkommen anbieten zu können, kann für Milcherzeuger sicherlich interessante Möglichkeiten eröffnen. Für Püllens Hofladen bleibt die Maxime aber: Zusammen mit der Produktqualität gehört auch der direkte Kontakt einfach dazu“.

Autor Dr. Andreas Frangenberg
2018 15. Juni