Früher hieß es schlicht "Kompetenz"...

19. Oktober 2018 10:12

Heute wird fein zwischen den sogenannten Hard Skills und den Soft Skills unterschieden. Darüber hinaus gehen Fachleute davon aus, dass die Gewichtung der Skills oder Fähigkeiten, die heute gefragt sind, morgen durchaus eine andere sein kann und sein wird. Das zeigen die Ergebnisse einer Studie des Netzwerks LinkedIn, die Ende des letzten Jahres veröffentlicht wurde (1).

Zu den wichtigen Hard Skills, die etwa über Studienabschlüsse und Zeugnisse nachgewiesen werden können, zählen heute unter anderem die Fähigkeit zur Datenanalyse und -interpretation, Wissens- und Projektmanagement, Social Media-Kenntnisse, allgemeine Digitalkompetenz sowie Unternehmensführung und Verständnis für Programmierung. Hier prägt nicht zuletzt der sich aktuell vollziehende digitale Wandel die Bedeutung einzelner Fähigkeiten. Angesichts der Spezialisierung in unterschiedliche Betriebszweige, des dazu erforderlichen Fachwissens, der zunehmenden Digitalisierung und der Bedeutung der Social Media für die betriebliche Kommunikation sind diese Hard Skills heute auch in der Landwirtschaft „ein Muss“.

Und das gilt ebenso für die Soft Skills! Darunter werden heute alle die Kompetenzen zusammengefasst, die über die reine in der Ausbildung erworbene Fachkompetenz hinausgehen und dennoch den beruflichen Erfolg ganz maßgeblich mit bestimmen. Darunter fallen neben der sogenannten sozialen auch die kommunikative und die methodische Kompetenz. Zwischen diesen Kompetenzbereichen gibt es zum Teil recht große Überschneidungen. Es lässt sich festhalten, dass sich die Soft Skills sehr stark auf Fähigkeiten hinsichtlich Kommunikation, Ausstrahlung und Arbeitstechniken beziehen. Diese Fähigkeiten sind gegenüber angestellten Mitarbeitern und Auszubildenden, gleichermaßen aber auch im Miteinander der auf dem Betrieb mitarbeitenden Familienmitglieder eine Grundlage für erfolgreiches Arbeiten.

Notwendige Soft Skills sind nach der genannten Studie die als besonders wichtig erachteten Kompetenzen Kritik- und Entscheidungsfähigkeit, Gesprächs- und Verhandlungsführung sowie Mitarbeiterführung. Wichtig sind weiterhin Unternehmergeist, Kreativität, funktionsübergreifende Kompetenzen, interkulturelle Kompetenz sowie Präsentieren und öffentliches Sprechen.

 

Interessant ist, dass die Ergebnisse der Studie darauf hindeuten, dass in zehn Jahren die funktionsübergreifenden Kompetenzen an erster Stelle stehen werden, gefolgt von Gesprächs- und Verhandlungsführung sowie Mitarbeiterführung.
Demgegenüber ist die die vormals so wichtige Kritikfähigkeit in der „Hitliste“ der zukünftig wichtigen Soft Skills auf den vierten Platz und die Kreativität sogar auf den neunten Platz abgerutscht.

Deutlich wird auch, dass die Bedeutung der Soft Skills gegenüber den Hard Skills zunimmt: die „weichen Kompetenzen“ werden also zukünftig verstärkt nachgefragt werden.

Fazit:

Unabhängig davon, ob ein landwirtschaftlicher Betrieb beispielsweise in der Direktvermarktung aktiv ist oder nicht:

Für den Berufsnachwuchs wird insbesondere die Kommunikationsfähigkeit immer wichtiger !

Und das bezieht sich auf die Mitarbeiter im eigenen Unternehmen, auf Kunden und andere Akteure außerhalb des eigenen Arbeitsumfelds und auf den Austausch über kulturelle und Sprachgrenzen hinweg: Die zunehmend globalisierte Geschäftswelt gibt dazu den Rahmen vor.

 

(1) https://www.presseportal.de/pm/64022/3733927

Autor Dr. Andreas Frangenberg
2018 19. Oktober